AD PIRUM SUMMAS ALPES IULIAE – Hrusica (Birnbaumer Wald)

Römische Paß- und Zollstation. In der Antike stand hier ein großer Birnbaum: lat. pirum - slow. hruska - dt. Birne. Alte Grenze zwischen der 10. italienischen Region und Pannonien. Die Paßstraße wurde unter Augustus gebaut: "...sub Julio Octaviano Caesare Augusto per Alpes Julias iter factum est." (Festus, Brev. VII,51). Die Straße hat hier teilweise in den Fels gehauene bzw. ausgefahrene Wagengeleise und Treppenstufen für die Pferdehufe.  
In der Spätantike stark befestigt durch Mauern und mehrere Kastelle: Claustra Alpium Juliarum.  Auf der Paßhöhe eine im 4.Jahrhundert gebaute Festung, die 394 im Krieg zwischen Theodosius und Eugenius zerstört wurde.
Die Grenze ist heute noch an der abrupten Änderung des Landschaftsbildes, der Vegetation und der Siedlungs- und Hausformen deutlich zu erkennen.

Dass die Bergstraße nicht immer sicher war, zeigt der bei Ajdovščina gefundene Grabstein  des Antonius Valentinus, einem Offizier der 13.Legion, der „in Alpes Iulias loco quod appellatur Scelerata“, also an einem unheilvollen oder verfluchten Ort in den Julischen Alpen, „interfecto a latrionibus“ von Straßenräubern ermordet wurde.

Der Birnbaumer Wald war in der Antike sagenumwoben. Die Argonauten sollen hier auf ihrer Flucht von Kolchis am Schwarzen Meer, die Donau aufwärts bis Caput Adriae gekommen sein. Dies geht auf die altgriechische Vorstellung von der Bifurkation des Istros (der Donau) zurück und ist der Hinweis auf einen alten Handelsweg.