Themennetzwerk „Bernsteinstraße Burgenland“

Für den Bau der Römischen Bernsteinstraße als Handelsstraße, eines europäischen Hauptverkehrsweges vom Mittelmeerraum bis zur Ostsee, waren die wintersichere Umgehung der Ostalpen und das schnelle Erreichen der Nordgrenze des Römerreiches – des limes – wichtig, aber auch der Bau der Handelsstraße zu den Rohstofflagern in Noricum und Pannonien.
Der Verlauf der Römischen Bernsteinstraße zeigt die Stadtgründungen der Römer wie auf einer Perlenschnur angeordnet und ihre bedeutende Kultur. Grabbeigaben beweisen die mannigfachen Handelskontakte zum Mittelmeerraum (Öl, Wein, Keramik) und zum Ostseeraum (Rohbernstein). Aquileia und Carnuntum wurden zu Zentren der Bernsteinverarbeitung und  Schnittpunkte des Handels.
Für den Bezirk Oberpullendorf wichtig sind die beiden Römerstädte Savaria/Szombathely/Steinamanger und Scarbantia/Sopron/Ödenburg, wo in den Museen zahlreiche Importwaren, wie Bernsteinschmuckstücke, Keramik und Glaswaren ausgestellt sind. Die Originaltrasse der Bernsteinstraße ist in Salalövö, Szombathely und Sopron noch gut erhalten, ebenso das römische Forum vier Meter unter dem heutigen Hauptplatz in Sopron.
Die Verkehrsinfrastruktur der Vergangenheit und der Gegenwart hat interessante Parallelen: alle wichtigen Straßen- und Bahnplanungen verlaufen an der Römischen Bernsteinstraße oder schneiden diese alte Kulturader. Auch in der Planungsregion „EuRegio West/Nyugat Pannonia“ werden alle Straßen- und Bahnprojekte entlang der Römerachse abgestimmt. Die Süd-Ost-Spange als zukünftige Hochleistungsbahn stellt genau denselben Trassenverlauf um die Ostalpen dar wie die Bernsteinstraße.
Das schönste Teilstück der Römischen Bernsteinstraße im Mittelburgenland ist die seit 1931 unter Denkmalschutz stehende „Dammstraße“ im Großmutschner Urbarialwald. Dieses Kulturgut zu erhalten und zu pflegen ist Hauptaufgabe des „Vereines zur Erhaltung der Römischen Bernsteinstraße“. Die Errichtung eines Dokumentationszentrums in Form einer Raststation („mansio“) und die Entwicklung eines Logos sind wichtige Zukunftsaufgaben.
Seit der Ostöffnung 1989 und der Erweiterung der Europäischen Union ist die Zusammenarbeit mit Slowenien, Ungarn, der Slowakei, Polen und den Baltischen Staaten, aber auch mit der russischen Enklave Kaliningrad/Königsberg verstärkt worden. Die neuen Projekte des Vereines versuchen einen europäischen „Bernstein-Korridor“ zwischen der Ostsee und der Adria (St. Petersburg bis Aquileia) aufzubauen. Kulturtouristische Angebote und Themennetzwerke sollen entstehen.