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Geologie der Fundstelle

Allgemeiner Überblick

Das mittlere Burgenland liegt am Übergangsbereich zwischen den Ostalpen und der Pannonischen Tiefebene. Heute stellen die Glimmerschiefer und Gneise der Buckligen Welt, des Ödenburger Gebirges und des Günser Gebirges die östlichsten Ausläufer der Ostalpen dar, umgeben von geologisch viel jüngeren Meeres-, Fluß-, und Seeablagerungen. Geht man in der Erdgeschichte mehr als 20 Millionen Jahre zurück, ergäbe sich ein deutlich anderes Bild; die Ostalpen, die das Ergebnis der Kollision zwischen der Europäischen - und der Adriatischen kontinentalen Platten sind, setzten sich damals ohne Unterbrechung in die Karpaten fort, das Oberpullendorfer Becken existierte zu dieser Zeit noch nicht.

Sedimente an der Fundstelle

Der sanfte Hügel bei der Fundstelle wird wie auch ähnliche, benachbarte Hügel aus dem sogenannten „Leihta Kalk“ aufgebaut. Dabei handelt es sich in diesem Bereich um relativ feinkörnige Kalksande mit reichen Vorkommen von Muscheln wie dickschaligen Austern, feingerippten Pecten und herzförmigen Cardien. Neben vielen anderen Fossilien finden sich noch Schnecken, Seeigeln und die für den "Leihta-Kalk“ typischen kalkbildenden Rotalgen. Die auftretenden Fossilien und dünne Lagen aus Kalk mit Quarzgeröllen deuten auf küstennahe Meeresablagerungen hin. Die Oberfläche der Kalke zeigt auffällige, längliche Vertiefungen, die auf eine Verkarstung in der jüngeren, geologischen Geschichte hinweisen. Diese Oberflächenformen entstehen durch die Auflösung von Kalk in Wasser, besonders unterstützt durch Kohlendioxid-Anreicherungen in der Pflanzendecke.

Botanik

Das Korallenriff am Kräftenriegel in Haschendorf ist nicht nur geologisch, sondern auch vegetationskundlich interessant. Zwischen Neckenmarkt und Haschendorf bildete sich auf dem „Leithakalk“ eine „Kalk-Felsensteppe“. Die Pflanzengesellschaft, die sich auf dem Korallenriff ausgebildet hat, nennt der Botaniker „Trockenrasen“ oder „Halbtrockenrasen“.

(Quelle: Dr. Erich Draganits, Institut für Geologie, Universität Wien)