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Geologische Entwicklung des Mittelburgenlands

Tektonische Entwicklung

Etwa vor 18 Millionen Jahre kam es in unserem Raum durch Änderungen in den krustalen Plattenbewegungen zu Dehnungsprozessen, wodurch in einem Zeitraum von einigen Millionen Jahren die Pannonische Tiefebene, aber auch kleine, randliche Becken wie das Oberpullendorfer Becken entstanden. Im Zuge dieser Dehnung zerbrach die oberste Erdkruste in einzelne Blöcke, die entlang von Störungen zueinander versetzt wurden. Die tiefer versenkten Bereiche wurden rasch von Wasser bedeckt und mit Ablagerungen aufgefüllt, während die höheren Bereiche wie etwa das Leitha - und Ödenburger Gebirge als Hochzonen herausragten. Beobachtungen, daß selbst sehr junge Ablagerungen Versetzungen aufweisen und daß sehr viele Bäche im Oberpullendorfer Becken auffällig einheitlich von Nordwest nach Südost verlaufen, deuten auf tektonische Aktivitäten bis in die jüngste Zeit hin.

Sedimente des Oberpullendorfer Beckens

Die etwa 18 Millionen Jahre alten „Süßwasserschichten von Brennberg" stellen die ältesten Ablagerungen in unserem Raum dar. Sie wurden direkt auf die Glimmerschiefer und Gneise abgelagert und beinhalten an ihrer Basis die bekannten Kohlevorkommen von Brennberg, die als Überreste von ehemaligen Sumpfwäldern interpretiert werden. Über diesen Schichten folgen die fluviatilen "Auwaldschotter", die man in einem breiten Streifen rund ums das Ödenburger Gebirge findet, anschließend Seetone und Seesande der rund 17 Millionen Jahre alten „Hochriegel Schichten", die heute bei Helenenschacht auftreten. Danach folgen die sehr grobkörnigen Schlammstromablagerungen der sogenannten "Brennberger Blockschotter", die zwischen Helenenschacht und Sieggraben weit verbreitet sind.
Meeresablagerungen im Oberpullendorfer Becken sind etwa zwischen 16,5 bis 13 Millionen Jahren alt. Sie bestehen hauptsächlich aus Sanden, Tonen und Kalken, und bilden ein breites Vorkommen zwischen Tschurndorf und Neckenmarkt; ihre östlichsten Vorkommen reichen bis nach Haschendorf und werden lokal als "Ritzender Sande" bezeichnet, die in diesem Bereich Einlagerungen von "Leiht Kalk" zeigen. Im zentralen und im südöstlichen Bereich des Oberpullendorfer Beckens finden sich 13 bis 7 Millionen Jahre alte Sande, Kiese und Tone des großen "Pannonischen Sees"; in diese eingeschaltete Vulkangesteine von Stoob und Oberpullendorf sind rund 11 Millionen Jahre alt.

(Quelle: Dr. Erich Draganits, Institut für Geologie, Universität Wien)