Arbeitsweisen
und Methoden
Da bei einem Projekt
dieser Größenordnung eine umfassende Darstellung sämtlicher
angewendeter Arbeitsweisen und Methoden den Rahmen dieser Publikation
sprengen würde, sollen hier nur einige exemplarische Beispiele
besprochen werden.
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Der
engere Mitarbeiterkreis, der sich aus den beiden WPG-ME-Gruppen von Mag.
Reinhard Mittermann (12 Schülerinnen) und Mag. Johann Hofer (7 SchülerInnen)
zusammensetzte, wurde zeitweise im Team-Teaching jahrgangsübergreifend
geführt. Immer dann, wenn der Unterricht mit einer größeren Gruppe
sinnvoller schien, arbeiteten alle 19 SchülerInnen miteinander an
bestimmten Projektbereichen. So wurden beispielsweise die Volksliedsätze
von Stefan Kocsis zwar gemeinsam gesungen, die Detailarbeit mit
einzelnen Stimmen konnte jedoch durch kurzzeitiges intensives Proben in
getrennten Musikräumen unter Leitung der beiden Professoren bessere
Erfolge erzielen. Bei den Analysen zum 1. Satz der 1. Orgelsonate bewährte
sich der gruppenübergreifende Unterricht besonders gut, weil die
Betreuung durch zwei Lehrkräfte die Möglichkeit zur schnelleren und
effizienteren Arbeit bot. Auch für die Koordination bestimmter
Arbeitseinheiten, Terminabsprachen, Vor- und Nachbereitungen zu den
Besuchen von Prof. Stefan Kocsis usw. eignete sich diese Unterrichtsform
besser, da auftretende Fragen sofort geklärt und Probleme unmittelbar
gelöst werden konnten.
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WPG-ME-Gruppe von Mag. Reinhard Mittermann

WPG-ME-Gruppe von Mag. Johann Hofer |
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Ein
wichtiger Punkt war das Planen der Aufgabenverteilungen bei Verwendung
der multimedialen technischen Geräte. Beim vorweihnachtlichen Besuch
von Prof. Stefan Kocsis im Gymnasium Oberpullendorf wurde beispielsweise
nicht nur eine Audio-Aufzeichnung mittels DCC-Recorders, sondern auch
ein kompletter Video-Mitschnitt mit einer digitalen Videokamera durchgeführt.
Weiters kamen 2 digitale Fotoapparate und eine Spiegelreflexkamera zum
Einsatz, die ebenfalls von den SchülerInnen bedient wurden. Der auf je
zwei CDs überspielte Gesprächsmitschnitt bildete die Basis für die
Nachbereitungen durch Kleingruppen zu 2-3 SchülerInnen, die nun
bestimmte Themenbereiche eigenständig bearbeiten sollten. Mit Hilfe von
„Word“ wurden die einzelnen Abschnitte verschriftlicht und im
Anschluss daran zu einem Gesamtdokument des Komponistengesprächs
zusammengefügt.
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Fotomontage zum Einsatz von technischen Geräten bei den beiden
Unterrichtsbesuchen von Prof. Stefan Kocsis |
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als wäre es Absicht gewesen: Ausschnitt
aus einem Schnappschuss
mit dem digitalen Fotoapparat, wo Prof.
Stefan Kocsis gleichzeitig
in natura und im Display der Videokamera
zu sehen ist;
Pfarrkirche Oberpullendorf, 8.5.2002 |
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Ähnliche Vorgangsweisen gab es auch beim
Übertragen des von Prof. Stefan Kocsis in Maschinschrift verfassten
Werkverzeichnisses und der vom ORF Landesstudio Burgenland zur
Verfügung gestellten Aufnahmen-Liste von Kompositionen und
Bearbeitungen von Stefan Kocsis. Hier wurden die Daten erneut von
kleineren Gruppen in getrennte „Excel“-Tabellen eingegeben, um
schließlich durch Verknüpfen der Einzelteile wieder
Gesamtverzeichnisse zu erhalten.
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Ausschnitt des -zig Seiten umfassenden ORF-Ausdrucks, 7.12.2001 |
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Andere
Arbeitsweisen betrafen die Probenarbeiten für die Konzertdarbietungen.
Die Solo-Instrumentalstücke wurden im Klavierunterricht vorbereitet, wo
es relativ einfach war, die PianistInnen individuell zu betreuen. Etwas
schwieriger gestalteten sich die Ensembleproben, die zu einem beträchtlichen
Teil außerhalb der normalen Unterrichtsstunden stattfinden mussten,
wobei die SchülerInnen großen Idealismus in die Arbeit einbrachten. Da
die zeitgenössischen Kompositionen in harmonischer Hinsicht für viele
der Instrumentalisten ein völliges Neuland darstellten, war es
notwendig, mit den SchülerInnen zunächst auch einzeln ihre Parts zu
erarbeiten. Erst danach konnte mit den Ensembleproben begonnen werden.
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Unterstützende
Maßnahmen erforderte die Erarbeitung der „Meditation“, ein Werk für
4 Querflöten. Es musste eine Möglichkeit geschaffen werden, dass die
Musikerinnen auch zu Hause das Stück nicht nur als Einzelstimme,
sondern auch im Zusammenklang mit den anderen Stimmen üben konnten.
Daher erstellte Mag. Reinhard Mittermann mit Hilfe von „Cubase“ eine
Übungs-CD, die mit professionellen Klängen das Flötenquartett
simulierte. Diese Playbacks waren so angelegt, dass auf verschiedenen
Tracks sowohl alle Stimmen einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen
zu hören waren. Vor allem die Version mit dem vollständigen Ensembleklang
bot den Schülerinnen die Möglichkeit, das Werk genau kennen zu lernen
und zu verinnerlichen. Fürs praktische Musizieren war jene Fassung
ideal, bei der bis auf den eigenen Part alle anderen Stimmen zu hören
waren. Ein ganz wichtiger Aspekt war, dass die Musikerinnen zwischen
zwei verschiedenen Möglichkeiten wählen konnten: mit oder ohne
Metronomklick. Dass am Beginn des Stücks und bei längeren Pausen
Metronomklicks zu hören sein mussten, versteht sich von selbst. Die Begeisterung
für das Üben dieser „Meditation“ konnte mit Hilfe der Playbacks entscheidend
intensiviert werden. Ohne diese methodische Aufbereitung wäre eine Aufführung
dieser anspruchsvollen Komposition kaum oder zumindest schwerer möglich
gewesen. |

Trackliste der Übungs-CD zu Stefan Kocsis'
„Meditation“, 2002

engl. Artikel aus dem Programmheft der 2. USA-Tournee, 1954 |
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Ein
anderes Problem war, dass etliche der Unterlagen zum Wiener
Akademie-Kammerchor aus internationalen Programmheften stammten und
somit nur in englischer Sprache vorlagen. Diese Texte und Artikel wurden
zunächst von einzelnen Schülerinnen komplett übersetzt. Anschließend
wurden die ins Deutsche übertragenen Texte miteinander verglichen,
korrigiert und zu einem eigenständigen Beitrag ausgearbeitet.
Für
die Bewertung von Dokumenten, Zeitungsartikeln, Urkunden, Fotos etc.
wurden die Originale je nach Verwendungszweck mit unterschiedlichen
dpi-Auflösungen eingescannt. Dadurch konnte jederzeit mit relativ
geringem finanziellen Aufwand auf die für den jeweiligen Arbeitsauftrag
benötigten Materialien zugegriffen werden.
Grundsätzliches
zur Planung und Gestaltung der Vorstellung der Homepage wurde gemeinsam
mit den beiden Professoren erörtert, diskutiert und festgelegt. Der
Leitgedanke dabei war, dass die eigentliche Präsentation ausschließlich
durch die WPG-ME-SchülerInnen erfolgen sollte.
Ein wichtiges
Anliegen war den Musikerziehern eine sehr enge Zusammenarbeit mit Prof.
Kocsis, welche auch einwandfrei funktionierte. So wählte z. B. die
Fotogruppe ihr Bildmaterial in Abstimmung mit dem Komponisten aus. Auch
bei den Hörbeispielen wurden seine Vorschläge berücksichtigt.
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.jpg)
bei Prof. Kocsis in seinem Haus in Unterpullendorf, 23.1.2002 |
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Es könnten noch
viele weitere Beispiele für sinnvolle, in diesem Projekt verwendete Arbeitsweisen
und Methoden beschrieben werden. Da gäbe es etwa die unter dem Kapitel
„Musikalische Grafik – Malerei zu Musik“ nachzulesende fächerübergreifende
Zusammenarbeit mit BE, die künstlerisch äußerst ergiebige Resultate
erzielte. Weiters wären hier die Vorgangsweisen bei der Analyse der
Orgelkomposition unbedingt zu erwähnen (siehe Kapitel „Analyse des 1.
Satzes der Orgelsonate 1“).
Alles in allem wurde
versucht, eine Vielzahl an methodisch-didaktischen Grundsätzen zu berücksichtigen.
Im Nachhinein betrachtet haben die Ergebnisse die Erwartungen der Lehrer
zum Großteil erfüllt und in manchen Bereichen sogar übertroffen. |
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