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Ähnlich
wie im Jahr 1958, als Prof. Stefan Kocsis die Chance gehabt hätte, einen
Kapellmeisterposten bei den
Wiener Sängerknaben zu übernehmen,
verhält es sich bei einem weiteren, höchst
interessanten Angebot, das er einige Jahre später aus Graz erhielt. Der
dortige Domkapellmeister Dr. Anton Lippe (1905-1974, linkes Bild), der von
1935 bis 1964 den Grazer Domchor leitete und zu internationalem
Ansehen führte, verließ noch im selben Jahr die steirische Landeshauptstadt,
um seiner Berufung zum
Domkapellmeister der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin zu folgen. Bereits in Graz
hatte sich der 1928 zum Priester geweihte Dr. Lippe einen hervorragenden
Namen mit Aufführungen großer Werke wie beispielsweise Franz Schmidts
Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“ gemacht.
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Grazer Dom

Orgel des Grazer Doms |
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Prof. Kocsis hätte also
eine Stelle als Domorganist bzw. Domkapellmeister in einem für seine
Ansprüche optimalen Umfeld übernehmen können. Wie er im Komponistengespräch
vom 19. Dezember 2001 berichtete, waren die Verhandlungen schon so weit
gediehen, dass er mit seiner Gattin nach Graz reiste, um sich die
Gegebenheiten vor Ort anzusehen. Sogar ein Haus wäre Prof. Kocsis seitens
seiner Dienstherren in spe zur Verfügung gestellt worden. Doch auch dieses
Mal verzichtete er auf einen Karrieresprung zugunsten seiner Familie, denn
bei der Rückkehr aus Graz hatten seine Kinder gegen die Pläne mit Umzug in
die Stadt etc. heftig protestiert: „Nein, wir gehen nicht nach Graz, nein,
wir gehen nicht nach Graz! Du kannst machen, was du willst, wir gehen nicht
mit!“ Damit waren alle diesbezüglichen Pläne hinfällig und Prof. Stefan
Kocsis widmete sich weiterhin seinen nicht minder wichtigen Aufgaben als
Leiter des Mittelburgenländischen Lehrerchores, als Dirigent, Orgelvirtuose,
Komponist, Musikforscher ...
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