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Am Beginn dieses Kapitels sei ein kleiner Exkurs
gestattet, der zeigt, wie das Gymnasium Oberpullendorf
aussah, als
Prof.
Stefan Kocsis als Musiklehrer dort unterrichtete und wie der jetzige
Zustand dieser Schule nach den Zubauten des Jahres 1996 ist. Für so einen
Vergleich bieten sich Luftbildaufnahmen am
besten an, auch wenn die heutige Dachlandschaft sich von der drei
Jahrzehnte zurückliegenden deutlich unterscheidet. Auf der linken Seite ist ein
vermutlich aus den 70er-Jahren stammendes Foto zu sehen.
Auf der rechten Seite befindet sich eine aktuelle Aufnahme, bei der die
wichtigsten baulichen Veränderungen aufgrund der bläulichen Dächer leicht
erkannt werden können: am unteren Bildrand die neue Spielhalle, oberhalb
der Bildmitte der neue Klassentrakt mit vier Klassen, dem
Speisesaal/Mehrzweckraum und einigen Sonderlehrsälen. Damit Ortsunkundige
das Gebäude des Gymnasiums mit seinen Außenanlagen besser von der
benachbarten Bundeshandelsakademie abgrenzen
können, ist es möglich, bei beiden Fotos durch einen einfachen Klick auf
die jeweilige Aufnahme eine
Umrandung des zum Gymnasium gehörenden Areals einzublenden. Zusätzlich
können noch großformatige
Darstellungen beider Fotos durch Anklicken der entsprechenden
Links unterhalb der Bildbeschreibungen geöffnet werden.
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Doch zurück zum eigentlichen Thema:
Im Zeitraum von 1963
bis 1977 unterrichtete Prof. Stefan Kocsis am Gymnasium Oberpullendorf Musikerziehung, Klavier
und
Chorgesang.
In der nachstehenden Tabelle, deren Daten Dir. Mag. Adalbert Reidinger im
Landesschulrat für Burgenland recherchierte, ist das
genaue
Ausmaß der
Dienstverpflichtung angegeben. Es waren
leider
nicht für alle Unterrichtsjahre
verlässliche Aufzeichnungen vorhanden. Das Kürzel
„WE“
steht
für
Werteinheiten,
„IU“
für Instrumentalunterricht
(in diesem Fall Klavier) und
„ME“ für Musikerziehung. Die Werteinheiten sind deshalb angegeben, weil
die ME- bzw. IU-Stunden nicht mit dem Faktor 1:1 gerechnet werden.
So entsprechen
z. B.
die
2
Chor- und
3
Instrumentalstunden des Schuljahres 1968/69 nicht 5 WE, sondern
nur 4,38 WE. Diese Umrechnungen ergeben sich aus den
verschiedenen
Gewichtungen der einzelnen Unterrichtsgegenstände. |

Gymnasium Oberpullendorf, ca. 1975 (Foto entstammt einer
Broschüre,
hat
daher
eine
sehr starke Rasterung) |
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Unterricht
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Anmerkungen
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2.9.1963
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Ansuchen um Anstellung
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Lebenslauf, gestempelt mit
2,50 ATS
Sittenzeugnis, gestempelt mit
14.- ATS
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1963/64
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2 Stunden als
Volksschullehrer (l2b2)
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Bezug: 164,70 ATS
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1964/65
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1965/66
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1967/68
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3 Stunden
Instrumentalunterricht (IIl/l2hs)
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Überstellung in die
Einstufung als Hauptschullehrer
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1968/69
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2
Chor, 3 IU = 4,38 WE
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„die Tätigkeit gilt als
geringfügig, sodaß keine Versicherungspflicht besteht“
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1969/70
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1970/71
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5,25
WE IU
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1971/72
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6,36
WE IU
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1972/73
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8
ME, 2 IU = 7,3 WE
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1973/74
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9 Stunden (nicht näher
definiert)
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1974/75
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6 Stunden (nicht näher
definiert)
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1975/76
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4 Stunden als
Sondervertragslehrer
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1976/77
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4 Stunden als
Sondervertragslehrer
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Ein bezeichnendes Zitat
für die Qualität des Unterrichts von Prof. Kocsis konnte
ebenfalls
in den
Unterlagen
des Landesschulrates
gefunden werden (Anm.: Professor Kurt Lerperger war der Fachinspektor für Musikerziehung und
Instrumentalunterricht):
„Professor
Lerperger ist von dessen Unterrichtsführung sehr begeistert“
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Aus dem Jahre 1967 stammt das Schreiben des Landesschulrates für
Burgenland, mit dem Prof. Kocsis zum Vertragslehrer am Bundesgymnasium und
Bundesrealgymnasium Mattersburg, Expositur Oberpullendorf bestellt wurde.
Die junge, erst 1963 offiziell gegründete AHS im mittelburgenländischen
Bezirksvorort blieb sowohl unter ihrem ersten Leiter HR Dr. Friedrich
Szmudits als auch unter dessen Nachfolger HR Mag. Josef Rois (pädagogischer
Leiter von 1967-1970) Expositur vom Gymnasium
Mattersburg. Erst mit 1.10.1970 verselbständigte sich das Gymnasium Oberpullendorf.
Prof. Kocsis versah seinen Dienst übrigens auch noch unter einem dritten
Direktor, nämlich OStR Dr. Josef Prost, der von 1970-1978 diese Schule
leitete. |

Schreiben des LSR für Burgenland zur
Anstellung von Prof. Kocsis als Vertragslehrer, 31.10.1967 |
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Wie in der weiter oben stehenden Tabelle zu sehen ist,
unterrichtete Prof. Stefan Kocsis am Gymnasium Oberpullendorf nicht nur
Musikerziehung und Klavier, sondern auch Chorgesang. Kocsis, dem schon immer das
Singen ein besonderes Anliegen gewesen war, legte aber auch in ME viel Wert auf
die Vokalerziehung und es gelang ihm mit den SchülerInnen teilweise sogar sehr
schwierige Stücke der Chorliteratur umzusetzen. Ein Beispiel dafür erwähnte er
während des Komponistengesprächs am 19. Dezember 2001: Im Jahre 1970 fand die
offizielle Übergabe des neu errichteten
Schulgebäudes des Gymnasiums Oberpullendorf
durch Bautenminister Dr. Vinzenz Kotzina an den Präsidenten des
Landesschulrats für Burgenland, Landeshauptmann Theodor Kery,
statt. Der Eisenstädter Diözesanbischof DDr. Stefan László und
Superintendent Hans
Gamauf
weihten das neu errichtete Gebäude. Bei diesem Festakt sang ein
aus SchülerInnen der 7. und 8. Klassen bestehender Chor unter Prof. Kocsis' Leitung
„Die
Himmel erzählen die Ehre Gottes, und seiner Hände Werk zeigt an das Firmament“
aus Joseph Haydns Oratorium
„Die
Schöpfung“.
Eine außergewöhnliche Leistung, die sicher in erster Linie ein Verdienst des
hervorragenden Chorleiters und Dirigenten Stefan Kocsis und seiner konsequenten
stimmtechnischen Unterrichtsarbeit mit den SchülerInnen war. |

Ausschnitt eines Fotos vom Komponistengespräch mit Prof. Kocsis
(Bildmitte) im Musiksaal des
Gymnasiums
Oberpullendorf, 19.12.2001

Prof. Stefan Kocsis, ebd. |

Gymnasium Oberpullendorf in der Dämmerung, 9.5.2003
Prof. Stefan Kocsis
betonte
im Laufe
des Komponistengesprächs, dass er besonders im Gymnasium
Oberpullendorf im Unterricht viele wertvolle Erfahrungen mit jungen
an Musik
interessierten Menschen sammeln konnte. Erfahrungen, die auch ihn
nachhaltig geprägt haben.
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