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Prof. Stefan Kocsis übte seit Ende der
60er-Jahre immer wieder unterschiedliche Jurorentätigkeiten aus. So war er bei
zahlreichen Landesjugendsingen, bei Kompositionswettbewerben und
Instrumentalwertungsspielen (Orgel) in der Jury. Er wurde aber auch von der
Burgenländischen Landesregierung mit der verantwortungsvollen Aufgabe betraut,
vier Jahre lang als Mitglied der Jury für Musik die Preisträger für den
Landeskulturpreis auszuwählen. Im Folgenden werden einige, durch Dokumente
belegte Tätigkeiten exemplarisch besprochen. |
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Ein frühes
Beispiel ist das Kreis-Sängerfest in Rechnitz im Jahre 1967. Karl Messner,
Leiter der Volksmusikschule Oberwart und zugleich ein bekannter
burgenländischer Komponist, ersuchte Stefan Kocsis in einem Brief um seine
Mitwirkung in der Jury dieses erstmalig stattfindenden Wertungssingens.
Kocsis sagte zu, auch wenn es laut Inhalt des Schreibens
„musikalisch bestimmt nicht aufregend“
werden würde. Schließlich war ihm die Weitergabe seines umfangreichen
Wissens an musikalisch Interessierte schon immer ein besonderes Anliegen und
da war es auch von sekundärer Bedeutung, ob die Leistungen der Chöre von
besonderer Qualität sein würden oder nicht. Das erzieherische Element stand
in jedem Fall im Vordergrund und dazu hatte Kocsis seit eh und je eine
ausgeprägte Affinität. |

Brief vom 10.5.1967 zum Wertungssingen in
Rechnitz (Bgld.) |
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Ein Jahr später erfolgte die Einladung des Amts der
Burgenländischen Landesregierung zum
„Eintritt in die Landesjury“
beim Österreichischen Jugendsingen 1968. Kocsis antwortete mit den im
Schreiben hinzugefügten handschriftlichen Eintragungen (Zeilenumbrüche
werden analog zum Original dargestellt):
Ich
bin bereit, als Juror bei dem am 22.
Mai
1968 in Eisenstadt stattfindenden
Landesjugendsingen zu fungieren.
22.4.1968 |

Schreiben vom 18.4.1968 zum Eintritt in die Jury
des Landesjugendsingens |

Brief
vom 9.5.1968: Bestellung zum Juroren beim Landesjugendsingen 1968 und
Programmabfolge |
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Prof. Stefan
Kocsis war in den Folgejahren noch öfters in der burgenländischen Landesjury
im Rahmen des Österreichischen Jugendsingens tätig, wobei von einigen dieser
Veranstaltungen die Korrespondenz erhalten geblieben ist. So beispielsweise
vom Landesjugendsingen am 18. Mai 1971, das wie so oft bei diesen Wettsingen
im Haydnsaal des Schlosses Esterházy in Eisenstadt über die Bühne ging.
Interessant ist dabei, dass die Schreiben nahezu wortident im Vergleich zu
den oben abgebildeten Briefen des Jahres 1968 verfasst wurden, was im
Nachhinein betrachtet doch etwas seltsam erscheint. Beinahe gleich sind auch
die hier nicht wiedergegebenen Schreiben zu den Wettbewerben am 16. Mai 1974
in Eisenstadt und am 12. Mai 1977 in Großpetersdorf gehalten. |

Schreiben vom 14.3.1971 zum Eintritt in die Jury
des Landesjugendsingens |

Brief
vom 7.5.1971: Bestellung zum Juroren beim Landesjugendsingen 1971 und
Programmabfolge |
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Damit wären die eigentlich zu diesem
Kapitel – das ja im Zusammenhang mit dem Dirigenten und Chorleiter Stefan
Kocsis aufbereitet wird – gehörenden Aktivitäten als Juror bei diversen
Singwettbewerben abgehandelt. Um nicht ein und dieselbe Tätigkeit in viele
kleine Einzelbereiche aufzuteilen, wird ein Kompromiss eingegangen und im
Folgenden noch der Rest der Mitgliedschaften in verschiedenen Jurys
besprochen, auch wenn dies nicht unmittelbar zum ursprünglichen Themengebiet
dazugehört. |
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Eine ganz
andere Jurorentätigkeit geht aus dem
„Jugend musiziert“-Brief
vom 10. Mai 1977 hervor. Bei diesem
bundesweiten Kompositionswettbewerb hatte Prof. Kocsis die eingesandten
Werke durchzusehen und nach einem vorgegebenen Punkteschema zu beurteilen.
Wie ausdrücklich in diesem Schreiben betont wird, war das Mitwirken in der
Jury ehrenamtlich, wobei die Kommissionsmitglieder lediglich Anrecht auf die
Vergütung
„anfallender Spesen“
hatten, eine übliche Handhabung, die bei solchen und ähnlichen Wettbewerben
gang und gäbe ist. Damals wie heute war und ist vieles in diesen Bereichen
auf Idealismus aufgebaut. Prof. Kocsis nahm selbstverständlich, wie sein
Antwortschreiben an
„Jugend musiziert“
belegt, die besagte Funktion als Juror an. |

Antwortschreiben vom 19.5.1977 an
„Jugend musiziert“
wegen des Kompositionswettbewerbs |
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Wieder ein
anderes Betätigungsfeld stellen die in zwei Briefen dokumentierten
Berufungen von Prof. Stefan Kocsis in die Jury für Musik zur Verleihung des
Kulturpreises des Landes Burgenland dar. Von der Landesregierung
beschlossen, wurden die Preise – es gab mehrere Kultursparten, in denen
diese zugesprochen wurden – erstmals 1975 verliehen. Die erste Bestellung
von Prof. Kocsis in dieses Gremium erfolgte für die Jahre 1975 und 1976,
wobei die konstituierende Sitzung der Jury im Archivsaal des Eisenstädter
Landhauses stattfand. Mit dem Schreiben vom 14. April 1977 wurde Kocsis für
zwei weitere Jahre, also 1977 und 1978, in diese Funktion berufen. |

Brief zur 1. Bestellung in die Musik-Jury
für den Landeskulturpreis, 4.12.1975
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Brief zur weiteren Bestellung in die
Musik-Jury für den Landeskulturpreis, 14.4.1977
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Ans Ende
dieses Überblicks zu den Jurorentätigkeiten von Prof. Stefan Kocsis sei noch
ein Dankschreiben des Vereins
„Jugend musiziert“
mit Sitz Leoben (Steiermark) gestellt. In diesem Brief, der mit 10. Dezember
1979 datiert ist, wird Kocsis der Dank für seine Mitarbeit in der Jury des
6. Bundeswettbewerbs ausgesprochen.
Anhand dieser Beispiele wird ersichtlich,
welche Bedeutung dem fachlichen Urteil von Prof. Kocsis beigemessen wird und
welchen Stellenwert er in der burgenländischen, aber auch österreichweiten
Musikszene hat. |

Dankschreiben von
„Jugend musiziert“,
1979 |