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Nach dem Studium begann Stefan Kocsis im Jahr 1952 als Instrumentallehrer an der Musikschule Oberpullendorf, wo er nach kurzer Zeit die künstlerische Leitung übernahm und bis zu seiner Pensionierung 40 Jahre lang inne hatte. Am Beginn dieser Tätigkeit war die Musikschule noch in der Joseph Haydn Schule (heute das Logis der Polytechnischen Schule) untergebracht, übersiedelte aber später in die Räumlichkeiten der 1969 eröffneten Zentralschule (heutige Volks-, Sonder- und Hauptschule).
Mit ihrem großen Einzugsgebiet bot die Musikschule Oberpullendorf bereits damals den vielen Musikinteressierten die Möglichkeit einer fundierten Instrumentalausbildung an. Der Zuspruch seitens der Eltern und ihrer Kinder war beträchtlich, wie ein Eintrag aus der 1982 entstandenen Autobiographie von Prof. Kocsis belegt: Demzufolge gab es in diesem Jahr an der Musikschule Oberpullendorf 608 in Ausbildung stehende Kinder und Jugendliche. Eine beachtliche Zahl, die – stellvertretend für zig Jahre davor und danach – zeigt, welch breite Basis hier vorhanden war. Dass daraus bei einem entsprechenden niveauvollen Unterricht etliche professionelle MusikerInnen, KapellmeisterInnen, InstrumentallehrerInnen, AHS-LehrerInnen für Musikerziehung etc. hervorgingen, ist daher nur eine folgerichtige Entwicklung und nicht weiter verwunderlich. Trotzdem ist gerade dieser Aspekt neben vielen weiteren Punkten mit Sicherheit auch ein großes Verdienst des Musikschulleiters Stefan Kocsis.
Stefan
Kocsis mit einem Musikschulensemble
Zu den Aufgaben von Musikschuldirektor Stefan Kocsis gehörten neben der Erteilung des
Klavierunterrichts u. a. auch die Organisation und Durchführung zahlreicher
Konzerte/Vorspielnachmittage in der Musikschule (in manchen Fällen aber auch
außer Haus, beispielsweise in der Oberpullendorfer Pfarrkirche), die
Ensembleleitung, die Abhaltung von Aufnahmsprüfungen, repräsentative Aufgaben
und viele weitere Tätigkeiten, die mit der Führung einer solchen Bildungsanstalt
verbunden sind.
Die Art und Weise, wie Dir. Kocsis
„seine“
Musikschule leitete, wurde den Aussagen einiger Personen
seines Lehrerteams nach als äußerst kompetent, engagiert, sehr kollegial
und angenehm empfunden. Viele positive Eindrücke sind von seinem Unterricht als
Klavierlehrer verbürgt, wo seine qualitätsvolle, ruhige, besonnene und
geduldige, aber auch auf Genauigkeit und musikalischen Ausdruck bedachte
Methodik besonders imponierten.
Stefan
Kocsis als Klavierlehrer
Der Erfolg von
Dir. Stefan Kocsis als Klavierpädagoge lässt sich nicht nur anhand
zahlreicher Wettbewerbspreise, die seine SchülerInnen gewinnen konnten,
sondern vor allem auch an ihrem beruflichen Werdegang messen. So setzte
beispielsweise Anton Perusich seine pianistische Ausbildung nach
der Reifeprüfung am
Konservatorium Wien fort und schloss dort sein Studium mit dem
Konzertdiplom für Klavier ab. Er gab danach zahlreiche klassische
Solo-Klavierabende, ist aber auch in anderen musikalischen Bereichen
erfolgreich tätig: Er agiert(e) als Keyboarder bei der burgenländischen
kroatischen Rockgruppe Bruji und reüssierte auch als Komponist von
Theater- und Filmmusik. Zusätzlich unterrichtet er noch an der
MS Wien XVI. Manfred Fuchs, Mag. Liane Lipovits und Mag.
Reinhard Mittermann studierten an der damaligen Hochschule für Musik
und Darstellende Kunst in Wien (der jetzigen Musikuniversität)
Musikpädagogik und beendeten ihre Ausbildung mit der Lehramtsprüfung aus
Musikerziehung (Studienrichtung AI). Alle drei unterrichten bereits seit
Ende der 70er- bzw. Anfang der 80er-Jahre am BG, BRG und BORG
Oberpullendorf diesen Gegenstand. Mag. Reinhard Mittermann, der im
Anschluss an das ME-Studium zusätzlich noch die damals gerade neu
eingeführte Instrumentallehrerausbildung (Studienrichtung AII) mit Klavier
als erstem und Gitarre als zweitem Instrument an der Wiener
Musikhochschule absolvierte, ist am Gymnasium Oberpullendorf noch als
Lehrer für diese beiden Instrumente tätig. Hilde Halvax brachte
ihre Instrumentallehrerausbildung für Klavier am Eisenstädter Joseph
Haydn-Konservatorium hinter sich und unterrichtete ab 1974 bis
zu ihrer Pensionierung mit Ende des Schuljahrs 2002/03 Klavier und Gitarre
(Ausbildung in Oberschützen) am Oberpullendorfer Gymnasium. Außerdem war
sie eine Zeit lang als Instrumentallehrerin an der Musikschule
Oberpullendorf unter Dir. Kocsis beschäftigt. Barbara Buzecki
absolvierte am Konservatorium der Stadt Wien erfolgreich ein
Konzertfach-Studium, allerdings nicht Klavier, sondern Violine. Sie war
dann fallweise im Wiener Volksopernorchester als Substitutin tätig und gab
zeitweise Violinunterricht. Sie entschied sich letztlich aber doch für
einen anderen Weg, indem sie ihrer Familie und ihren zwei Kindern den
Vorzug gab und die Orchester- bzw. Lehrambitionen hintanstellte.
Gerhard Gutschik, der jetzige burgenländische
Landesmusikschulreferent, wurde ebenso von Dir. Stefan Kocsis ausgebildet
wie Gerlinde Strehn sowie viele weitere spätere Haupt- und
Musikschullehrer. Nicht zu vergessen seine Söhne Andreas Kocsis,
Stefan Kocsis und Mag. Martin Kocsis sowie seine Tochter
Mag. Jelka Zeichmann-Kocsis (s. die entsprechende Passage unter
„Familie“),
die alle Musik studierten und heute in unterschiedlichen Berufen
musikalisch tätig sind.
Kuratorium für die Musiklehranstalten des Volksbildungswerkes des Burgenlandes, 1973
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