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Stefan Kocsis an der Orgel in der
Pfarrkirche Oberpullendorf, 1974 |
Ein besonders großes Anliegen war Prof. Stefan Kocsis eine neue Orgel für die
Pfarrkirche in Oberpullendorf, wodurch u. a. auch das Veranstalten von
Orgelkonzerten ermöglicht werden sollte. Das Instrument wurde von der
Orgelbaufirma Gregor Hradetzky erbaut und im Jahr 1967 im Rahmen eines
Festkonzertes eingeweiht. Die zahlreichen Orgelkonzerte, die vielen
ORF-Aufnahmen sowie die etwa zehn Live-Messen im Rundfunk aus der
Oberpullendorfer Pfarrkirche unterstreichen die Richtigkeit der Entscheidung,
dieses neue Instrument trotz des anfänglichen Widerstands anzuschaffen.
Die Orgel mit rein mechanischer Traktur (wobei alle Bauteile aus Holz bestehen)
hat 19 Register mit über 1700 Pfeifen, 2 Manuale und ein Pedal. Sie ist auf
8’-Basis intoniert. Prof. Kocsis war von Beginn an äußerst bedacht auf eine
perfekte Intonation und einen exakten Winddruck, wodurch eine sehr individuelle
Tongebung möglich ist. Dieses Instrument war die erste mechanische Kirchenorgel
der Firma Hradetzky im Burgenland. Eine genaue Beschreibung der Bau- und
Funktionsweise kann unter dem Kapitel
„Orgelvorführung“
nachgelesen werden, das das Ergebnis eines zweistündigen Unterrichtsbesuchs des
Projektteams in der Oberpullendorfer Kirche ist. Dabei stellte Prof. Stefan
Kocsis das Instrument Orgel in äußerst anschaulicher Art und Weise und vor allem
anhand vieler praktischer Beispiele und Hörproben vor. Dass er den SchülerInnen
im Rahmen dieses Lehrausgangs auch einige virtuose Orgelwerke vorführte,
versteht sich von selbst, denn gerade dadurch konnten die klanglichen
Eigenschaften und hervorragenden Möglichkeiten eines solchen Meisterinstruments
eindrucksvoll verdeutlicht werden.
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Wie an anderer Stelle
bereits erwähnt, brachte Prof. Stefan Kocsis während der Planungsphase, in der
die Gestaltung der Orgel und ihre technischen Details festgelegt wurden, immer
wieder seine Vorstellungen in die Konzeption ein. Welche Disposition dieses
Instrument aufweist, zeigt die nachstehende Auflistung.
Orgel Oberpullendorf
Erbauer: Gregor Hradetzky, Krems
Disposition
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Hauptwerk: |
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Rückpositiv: |
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Prinzipal |
8’ |
Gedackt |
8’ |
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Rohrflöte |
8’ |
Prinzipal |
4’ |
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Gemshorn |
8’ |
Rohrflöte |
4’ |
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Oktave |
4’ |
Superoktave |
2’ |
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Spitzflöte |
4’ |
Sesquialtera |
2fach |
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Waldflöte |
2’ |
Quint |
1 1/3’ |
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Mixtur |
4-6fach |
Scharff |
4fach |
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Trompete |
8’ |
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Pedal: |
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Koppeln: |
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Subbass |
16’ |
POS.
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: |
HW. |
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Oktavbass |
8’ |
HW. |
: |
PED. |
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Choralbass |
8’ |
POS. |
: |
PED. |
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Fagott |
16’ |
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Die Orgel der Pfarrkirche in Oberpullendorf ist sicherlich das Instrument, auf
dem Prof. Stefan Kocsis am häufigsten konzertierte. Dass er dabei ein breites
Publikum erreichen und das Interesse für die Orgelmusik wecken konnte, bestätigt
im Nachhinein seine intensiven Bemühungen, ein neues, für höchste
Konzertansprüche genügendes Instrument für den Bezirksvorort anzustreben. Die
vielen positiven Eindrücke, Erlebnisse und Erinnerungen, die Kocsis mit dieser
Orgel verbinden, ließen ihn auch in jüngster Vergangenheit immer wieder neue
Konzertprojekte in Oberpullendorf in Angriff nehmen. So zuletzt im Jahr 2000, in
dem er anlässlich des Bach-Jahres ein eigenes Orgelprogramm mit einem
Schwerpunkt zu diesem großen deutschen Barockkomponisten aufführte. Das Konzert,
das am 24. September stattfand, wurde digital als Tondokument mitgeschnitten und
darf mit ausdrücklicher Genehmigung von Prof. Kocsis hier in Ausschnitten zur
akustischen Vorstellung der Oberpullendorfer Orgel verwendet werden. |

Orgel in der Pfarrkirche Oberpullendorf,
2002 (Großformat, 119 KB) |

Detailansicht des Rückpositivs der
Oberpullendorfer Orgel, 2002 |
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Hörbeispiele und Videos: |
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