Studienrichtungen

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Bevor Stefan Kocsis die Aufnahmsprüfung an der Wiener Musikakademie anstrebte, versuchte er zunächst seine Kenntnisse an der Kirchenmusikschule und am Prayner-Konservatorium in Wien zu verbessern. Am Konservatorium erhielt er Orgelunterricht von Prof. Josef Nebois, der damals auch als Organist und Cembalist bei zahlreichen Konzerten z. B. mit der Wiener Singakademie mitwirkte und außerdem auch bei Plattenaufnahmen unter großen Dirigenten wie Herbert von Karajan als Instrumentalist tätig war. Stefan Kocsis widmete sich zu dieser Zeit nicht nur dem Orgelspiel, wo er große Fortschritte erzielte, sondern er nahm auch noch zusätzlichen Klavier- und Violinunterricht.

 

Anschließend an diese Vorbereitungszeit kam Stefan Kocsis nach bestandener Aufnahmsprüfung an die Wiener Musikakademie und begann Kirchenmusik und Orgel zu studieren. Auf Anraten von Kollegen wollte er sich zum Unterricht beim Domorganisten Prof. Walter melden, was aber wegen Platzmangels nicht möglich war. So kam Kocsis über diesen Umweg dann doch noch wie ursprünglich beabsichtigt zu Prof. Anton Heiller (1923-1979). Aus heutiger Sicht war dies ein entscheidender Schritt in der Entwicklung des Orgelvirtuosen Stefan Kocsis. Heiller war nicht nur ein hervorragender Komponist, Dirigent und Organist, sondern verstand es auch, als Lehrer seine Schüler entsprechend zu fordern und zu fördern. Sein Unterrichtsstil war von äußerster Genauigkeit geprägt, was den Rhythmus, aber auch andere Bereiche des Musizierens betraf. Stefan Kocsis empfand diesen Unterricht in den ersten Wochen und Monaten als hart und schwierig und war oft dem Verzweifeln nahe, aber die Mühe lohnte sich. Heiller, der anfangs „kein gutes Haar“ (siehe Komponistengespräch) an Kocsis' Spiel gelassen hatte, lernte mehr und mehr die Fähigkeiten seines jungen Studenten schätzen und war vor allem von dessen Kreativität beim Improvisieren angetan.

Prof. Anton Heiller

Das Studium selbst ging flott und zügig voran, sodass Stefan Kocsis dieses im Jahr 1952 mit dem Diplom der Künstlerischen Reife mit Auszeichnung aus Kirchenmusik abschließen konnte.

Das war aber nicht der einzige Studienzweig, den er an der Wiener Musikakademie absolvierte. Im Mittelpunkt einer zweiten Ausbildung stand das Klavier, also jenes Instrument, das er in seinem späteren Berufsleben als Lehrer in erster Linie benötigte. Im Jahr 1956 schloss er dieses Studium mit der Staatlichen Musiklehrerprüfung im Hauptfach Klavier ebenfalls mit Auszeichnung ab. Dass sein dabei erworbenes pianistisches Können weit über das erforderliche Ausmaß hinausging, zeigt schon allein die Tatsache, dass er als Mitglied des Wiener Akademie-Kammerchores bei zahlreichen internationalen Konzerten nicht nur als Sänger, sondern auch als Begleitpianist mitwirkte.

Stefan Kocsis absolvierte auch noch einen dritten Studienzweig an der Wiener Musikakademie. Sein Interesse für die Vokalmusik motivierte ihn, eine Gesangsausbildung zu machen. Große Bedeutung spielte in diesem Zusammenhang der von Prof. Ferdinand Grossmann geleitete Wiener Akademie-Kammerchor. Stefan Kocsis wurde vor allem von den stimmbildnerischen Qualitäten und der Art und Weise der Chorleitung von Prof. Grossmann entscheidend geprägt. Die Gesangsausbildung und das Mitwirken in so einem hervorragenden Vokalensemble kamen natürlich dem Chorleiter Stefan Kocsis zugute. Das Gesangstudium schloss er im Jahr 1963 mit der Staatlichen Musiklehrerprüfung im Hauptfach Sologesang ab. Auch dieses Mal gab es wieder eine Auszeichnung.

 

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