Wiener Akademie-Kammerchor

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auf der „Liberté“, dem damals größten französischen Luxusschiff, 1954

(Stefan Kocsis = 2. v. l.); großformatige Darstellung (73 KB)

Der Wiener Akademie-Kammerchor zählte ab der Mitte des 20. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Chören der Welt. Er bot zahlreichen, später sehr erfolgreichen Sängern und Musikern eine hervorragende Basis für ihre musikalische Entwicklung. Mit ihm konnte Stefan Kocsis als langjähriges Mitglied auf zahlreichen internationalen Konzerttourneen wertvolle persönlichkeitsbildende und künstlerische Erfahrungen sammeln. Das auf höchstem Niveau wirkende Vokalensemble trug wesentlich zum Ansehen der österreichischen Musikkultur im In- und Ausland bei. Die Grundvoraussetzungen für die Entwicklung eines derartigen Chores wurden allerdings bereits am Beginn des 19. Jahrhunderts mit der Errichtung einer erstklassigen musikalischen Ausbildungsstätte in Wien geschaffen.

 

Gründung der Wiener Musikakademie

Die Wiener Musikakademie, bis zum Jahr 1909 offiziell als Konservatorium bezeichnet, wurde im Jahr 1817 als Singschule von der Gesellschaft der Musikfreunde gegründet. Die ursprüngliche Absicht war, eine Schule für Chormusik zu errichten. Gleich zu Beginn sangen 12 Männer und 12 Frauen im neu gebildeten Chor. Bereits 4 Jahre später, unter der Führung von Antonio Salieri, war die Lehranstalt von eifrigen Musikstudenten überfüllt. Sie lernten Violine, Klavier und Musiktheorie.

Wegen Platzmangels musste ein neues Quartier gesucht werden, das 1851 unter der Direktion von Joseph Hellmesberger bezogen wurde. Schwerpunkt der Ausbildung waren nun Musik, Tanz und Schauspiel.

1909 bekam das Konservatorium eine hohe Anerkennung. Von nun an hieß es „k.k. Akademie für Musik und darstellende Kunst“ und wurde zu einer staatlichen Institution. Gustav Mahler, Felix Weingartner, Carl Goldmark, Guido Adler und andere hatten hier beratende Funktion.

Die Schauspiel- und Opernschule wurde erweitert, eine Klasse für Dirigenten eingeführt sowie eine Meisterklasse für Klavier und Violine errichtet. Die Abteilung für Kirchenmusik war im Stift Klosterneuburg untergebracht.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde aus der „k.k. Akademie“ die „Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst“. Viele der Meisterklassen wurden nicht mehr weitergeführt. Der Wiederaufbau begann. Mit Hilfe von Direktor Dr. Joseph Marx versuchte man an die früheren Erfolge anzuknüpfen, was auch hervorragend gelang. Die Chormusik blieb nach wie vor der Schwerpunkt der Akademie.

In den folgenden Jahren unterstützte die Akademie immer mehr talentierte Studenten.

Bis zum Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich führte die Akademie Klassen für Instrumentalmusik, Stimmbildung (Gesang), Oratorium, Tanz und darstellende Kunst.

In all den Jahren haben sehr bekannte Persönlichkeiten die Musikakademie geprägt. Anton Bruckner unterrichtete Harmonielehre, Busoni und Godowsky waren bekannte Klavierlehrer, Hubermann, Rose und Sevcik gaben Geigenunterricht. Felix Weingartner war bei den Dirigenten ein Begriff und Marchesi eine Kapazität auf dem Gebiet der Stimmbildung. Musikalische Größen wie Gustav Mahler, Hugo Wolf, Joseph Joachim, Ernst Krenek, Fritz Kreisler, Friedrich Gulda und hunderte andere waren hier Studenten.

 

Wiener Akademie-Kammerchor  

Noch im Jahr 1945, knapp nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde der Wiener Akademie-Kammerchor ins Leben gerufen. Gründer und langjähriger Leiter war Ferdinand Grossmann (Foto rechts), der mit diesem Vokalensemble seine musikalischen Vorstellungen und Zielsetzungen in idealer Art und Weise verwirklichen konnte. Einer der Gründe dafür war, dass der Chor mit den StudentInnen und AbsolventInnen der Akademie über junge, ambitionierte und hervorragend ausgebildete SängerInnen verfügte.  

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Erfolgreiche Konzerte im Ausland machten den Chor weltbekannt (1952 in Salzburg und 1954 in Edinburgh). 1953 machte er seine erste Nordamerika-Tournee. Es gab 72 ausverkaufte Vorstellungen. Diese Auftritte waren deswegen so erfolgreich, weil neben Klassik auch leichte Strauß-, Brahms-, und Schubertwalzer gesungen wurden. Außerdem gelang es dem Chor, typisch österreichische Musik, verpackt in Lieder und authentische Trachten aus Tirol, den Amerikanern näher zu bringen.  

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Grossmann und Chor in Tracht

     

Auch in den Folgejahren, in denen zahlreiche Tourneen nicht nur in Europa, sondern auch in Asien und mehrmals in Nordamerika durchgeführt wurden, bot der Wiener Akademie-Kammerchor in seinen Konzerten ein breitgefächertes Programm, das von einfachsten österreichischen Volksliedern bis zu schwierigsten Chorwerken reichte.

Alle genannten Aspekte, verbunden mit einer enormen Begeisterungsfähigkeit, Zielstrebigkeit und einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn, waren für das Erreichen der hochgesteckten Ziele unerlässlich und der Garant für den überwältigenden Erfolg des Chores.  

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Cover einer LP des Wiener Akademie-Kammerchores mit  3 Bach-Motetten 

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Cover einer weiteren LP mit Weihnachtsliedern 

 

 

Der Gründer des Wiener Akademie-Kammerchores,

Professor Ferdinand Grossmann (1887-1970)

    

Es war die Zeit eines Gustav Mahler, Richard Strauss, Bruno Walter und es waren große Zeiten für die Wiener Philharmoniker und die Oper.

Grossmann trat 1914 in die Armee ein. Er war glücklich, in Wien stationiert zu sein und zur Zeit des Krieges gute Musik hören zu können. Er fand sogar Zeit, einen kranken Freund zu vertreten und sich kurz in die Rolle des Leiters eines kleinen Chores zu versetzen. Die Chormitglieder waren so beeindruckt, dass sie ihm nach seiner Entlassung aus der Armee verhalfen, nach Wien zurückzukommen, um eine Musikkarriere zu beginnen. Im Jahre 1925 erkannte der große Dirigent Wilhelm Furtwängler bei einer Probe Grossmanns Talent, mit jungen Stimmen zu arbeiten. Er ernannte ihn zum Direktor des großen Wiener „Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde“.

Anschließend begann eine Periode vieler Chordirigate. Grossmann wurde von jedem bedeutenden Chor in Wien eingeladen. Schließlich wurde er im selben Jahr 1925 zum Direktor des Staatsopernchores ernannt. 3 Jahre später wurde er erster Leiter der „Hofmusikkapelle“, der ältesten Musik-Institution in Wien, welche das hervorragendste Kirchenmusik-Ensemble der Welt wurde. Die Gruppe bestand aus Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und den männlichen Mitgliedern des Österreichischen Staatsopernchores sowie den Wiener Sängerknaben, die jeden Sonntag die klassischen Messen gestalteten.

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ein weiteres Porträt von Ferdinand Grossmann aus der Zeit beim Wiener Akademie-Kammerchor

        

Ferdinand Grossmann wuchs in einer unmusikalischen Familie auf. Er selbst war schon in seiner Kindheit sehr musikalisch. Er war der jüngste von 3 Söhnen und wurde in Tulln (Niederösterreich) geboren. Sein Vater war Bauunternehmer. Als Ferdinand 4 Jahre alt war, starb seine Mutter. Zu seiner Stiefmutter, der zweiten Frau seines Vaters, konnte er keine innige Beziehung aufbauen. Dadurch fühlte er sich oft einsam. Seine beiden Brüder waren viel älter als er und sein Stiefbruder viel jünger. In seiner Freizeit wanderte er viel durch die Wälder, um Freundschaften mit den Vögeln und Tieren zu schließen. Ferdinand lernte die Vögel zu rufen und Gesänge so „wortgetreu“ wiederzugeben, dass die Vögel antworteten. Er sehnte sich nach einem Musikinstrument, aber seine Familie dachte, die Idee wäre lächerlich und eine Verschwendung von Zeit und Geld. So blieb die Singstimme zunächst das einzige „Instrument“, das er erlernen konnte.

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Ferdinand Grossmann als Kind

Sein erstes Geld verdiente er so: Als er auf dem Heimweg von der Schule war, ahmten seine Freunde und er einige Passanten nach. Einer davon war der Leiter des Linzer Kirchenchores Professor Burgstaller, ein enger Freund des bekannten Anton Bruckner. Ferdinand stimmte einen Psalm an. Burgstaller drehte sich um und fragte, wer denn gesungen hätte. Die anderen Jungen zeigten auf Ferdinand. Burgstaller gefiel die Qualität von Ferdinands Stimme und holte ihn als Mitglied in seinen Kirchenchor. Und so begann Ferdinand Grossmanns Musikkarriere.

Ohne Wissen der Eltern lernte er bei einer befreundeten Nachbarin Klavier spielen. Sie brachte ihm in 6 Monaten alles bei, was sie im Stande war. Heimlich lernte er auch Cello, das er sich von einem Freund ausborgte. Ferdinands Vater wollte, dass sein Sohn Steinmetz werde. So verließ der Junge die Schule, um diesen Beruf auszuüben. Sehr bald erkannte er, dass seine Hände immer mehr darunter litten. Er sah ein, dass er wertvolle Zeit für seine geliebte Musik verloren hatte. Darum ging er zu seinem früheren Schulmeister und bettelte so ernsthaft um seine Hilfe, dass der Lehrer sich bei seinem Vater vehement dafür einsetzte, dem Sohn eine musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Schließlich änderte der Vater seine Meinung und gab seine Zustimmung. Mit 19 Jahren schloss Ferdinand sein Studium mit den Prüfungen in Klavier, Komposition und Gesang ab. Somit war er in der Lage, in Wien bei Felix Weingartner, damaliger Leiter der Wiener Philharmoniker, weiterzustudieren.

 

Günther Theuring (*1930)

Günther Theuring war der junge Mann, den Professor Grossmann als seinen Nachfolger bestimmte. Mit 25 Jahren hatte er die nicht leichte Aufgabe, den Wiener Akademie-Kammerchor zu führen. Doch er hatte schon viel Erfahrung in der Leitung von Chören.

Sein Großvater war Mitglied der Wiener Philharmoniker und beide Elternteile waren musikalisch. Sie lebten bis zur Geburt Günthers in Paris, kehrten dann aber nach Österreich zurück, wo er seine angeborene Musikalität zeigte.

Sein erster öffentlicher Auftritt vor großem Publikum war mit 5 Jahren. Einige Jahre später wurde sein Talent entdeckt und Günther betrat die Bühne, wo er von einem begeisterten Publikum bejubelt wurde.

Im Alter von 16 Jahren gründete er einen Jugendchor und gewann den 1. Preis bei einem Chorwettbewerb. Ermutigt durch diesen Erfolg stieg er in den „Wiener Akademie-Kammerchor“ ein. 1956 wurde er schließlich zum neuen Leiter dieses Chores.

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Günther Theuring (1955)

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Günther Theuring beim Dirigieren (1957)

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Günther Theuring auf der Parkbank (1954)

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Widmung von Theuring an Kocsis im Programmheft der 4. Nordamerika-Tournee (1957)

 

Thomas Christian David (*1925)

david.jpg (39189 Byte)Thomas Christian David (Foto rechts) wurde als ältester Sohn des berühmten österreichischen Komponisten Johann Nepomuk David in Wels geboren. Er studierte Musik am Mozarteum in Salzburg sowie an der Universität Tübingen. Seine Karriere begann er zunächst als Flötist, ehe er das Süddeutsche Kammerorchester sowie den Süddeutschen Madrigalchor in Stuttgart gründete, mit dem er u. a. im Jahr 1955 den Europäischen Chor-Wettbewerb in Llangollen in Großbritannien gewann. 1956 wurde David der Kompositions-Preis der Stadt Stuttgart verliehen. Seit dieser Zeit ist er als Gastdirigent der Wiener Symphoniker, des Münchener Philharmonischen Orchesters, des Berliner Rundfunkorchesters, des Rundfunkorchesters Helsinki etc. tätig. Von 1958 bis 1987 lehrte Thomas Christian David an der Wiener Musikakademie bzw. Hochschule für Musik und darstellende Kunst, wo er auch den Wiener Akademie-Kammerchor leitete und in zahlreichen Ländern weltweit Konzerte gab.  

 

 Die Mitglieder des Wiener Akademie-Kammerchores

Dieses Vokalensemble bestand zwar mehrheitlich aus heimischen SängerInnen, es gab aber dennoch einen beachtlichen Anteil an nichtösterreichischen Chormitgliedern, deren Herkunftsländer die ehemalige Tschechoslowakei, das damalige Jugoslawien, Ungarn, Dänemark, Schottland, England, die Schweiz, Argentinien und die USA waren. Obwohl sich die Zusammensetzung des Chores naturgemäß immer wieder veränderte, gab es doch etliche SängerInnen, die wie Stefan Kocsis bei allen bzw. fast allen großen Tourneen mitwirkten.

Wie groß das sängerische Potential dieses Ensembles war, lässt sich nicht nur aufgrund der immensen Anzahl an Konzertaufführungen in aller Welt erahnen, sondern ist auch durch viele Schallplattenaufnahmen belegt. Einen diesbezüglichen Höhepunkt stellt sicherlich die mit den Wiener Symphonikern gemeinsam aufgenommene „h-Moll-Messe“ von J. S. Bach dar, die in den USA sogar zur „Platte des Jahres“ für die meistverkaufte Einspielung im Bereich der klassischen Musik gekürt wurde.

Der Wiener Akademie-Kammerchor war vor allem für seine gestalterischen Möglichkeiten im Bereich der Dynamik berühmt. Da das Ensemble über hervorragende SängerInnen verfügte, konnten sowohl zarteste Pianissimo-Stellen wie auch kräftigste Fortissimo-Passagen in beeindruckender Weise gemeistert werden.

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Plattenaufnahmen des Wr. Akademie-Kammerchores (aus dem Programmheft der 2. Nordamerika-Tournee, 1954)

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Bachs „h-Moll-Messe“: Platte des Jahres in den USA

Wenn man die Karrieren einiger ehemaliger Mitglieder betrachtet, wird klar, warum dieser Chor solch eine Leistungsfähigkeit entwickeln konnte. Etliche der damaligen Chormitglieder entschieden sich für eine sängerische Laufbahn. Besonders hervorzuheben sind die drei international erfolgreichen Gesangssolisten Waldemar Kmentt, Walter Berry und Kurt Equiluz. Waldemar Kmentt (lyrischer Tenor) wirkte ab 1951 an der Wiener Staatsoper und gastierte bei den Salzburger Festspielen, an der Mailänder Scala, an der Covent Garden Opera in London und in München. Walter Berry (Bassbariton) sang nicht nur ab 1949 an der Wiener Staatsoper, sondern auch bei den Salzburger Festspielen, an der Deutschen Oper in Berlin, an der Staatsoper München und an der Metropolitan Opera in New York. Kurt Equiluz (Tenor) wurde 1957 an die Wiener Staatsoper engagiert. Er sang auch bei den Salzburger Festspielen und wurde besonders als Buffosänger und Interpret zeitgenössischer Musik sowie als Konzert- und Oratoriensänger bekannt.

Es gab aber noch weitere Mitglieder, die als GesangssolistInnen Karriere machten: Christiane Hruschka wurde unter dem Künstlernamen Sorell eine umjubelte Sängerin an der Wiener Volksoper. Große Erfolge feierten Elisabeth Witzmann in Bregenz und Bayreuth, Laurence Dutoit an der Wiener Staatsoper, Rosa Bahl vor allem in Oratorien-Aufführungen sowie Klothilde Rothbart, Karl Kastler und Adolf Tomaschek, der auch im Chor der Wiener Staatsoper mitwirkte.

Andere entschieden sich für eine sängerische Laufbahn in hochrangigen Chören: Eva Kapek und Ernst Salzer im ORF-Chor, Margarethe Butschek, Robert Springer und Helmut Pilss im Chor der Wiener Staatsoper.

Einen anderen, nicht minder qualifizierten Weg schlugen Norbert Balatsch als Chordirektor der Wiener Staatsoper und Norbert Scherlich als Korrepetitor an der Wiener Staatsoper ein.

Wilfried Scheib wurde beim ORF in Wien musikalischer Leiter zahlreicher Konzertübertragungen. Nikolaus Fheodoroff war nicht nur von 1964-1991 Leiter der Musikabteilung des ORF-Landesstudios Kärnten, sondern auch langjähriger Leiter des ORF-Kammerorchesters. Seine kompositorischen Tätigkeiten sind genauso wichtig wie die Verdienste, die er sich um den Aufbau des Musiklebens in Kärnten erwarb (Obmann des Carinthischen Sommers, Leiter des Kärntner Madrigalchors). Helmut Wulz ging als Chorleiter und Dirigent ebenfalls zum ORF Kärnten.

Leopold Marksteiner unterrichtete Orgel am Konservatorium in Wien. Rudolf Raab, schon als Mitglied des Wiener Akademie-Kammerchors für dessen Management zuständig, gründete später eine eigene Konzertagentur in Wien und blieb so der klassischen Musik eng verbunden.

Es gab aber auch ehemalige Chormitglieder, die sich anderen Bereichen der Kultur zuwandten und dort Karriere machten. Georg Trenkwitz avancierte im Wiener Volkstheater, in Wiener Kellertheatern und bei Fernsehproduktionen zu einem gefragten und beliebten Schauspieler. Er spielte außerdem auf Bühnen in Basel, Zürich, Heidelberg und Bremen. Lida Winiewicz entwickelte sich zu einer im In- und Ausland hoch angesehenen Schriftstellerin, die auch als Übersetzerin englischer, französischer und italienischer Autoren tätig war (Graham Greene, Colette, Moravia etc.). Sie verfasste vorwiegend Theaterstücke und Filmdrehbücher für den ORF, übersetzte und bearbeitete aber auch musikdramatische Werke (Pariser Leben, Bettleroper, Freudiana etc.).

Im Nachhinein betrachtet erscheint klar, dass sich dieser Chor mit so vielen künstlerisch und sängerisch hoch begabten jungen Menschen zu einem außerordentlichen Vokalensemble entwickeln musste. Es darf dabei jedoch nicht vergessen werden, dass trotz all dieser günstigen Voraussetzungen erst die unter den drei hervorragenden Chorleitern erbrachte jahrelange, konsequente und engagierte Arbeit aller Mitwirkenden diesen Erfolg ermöglichte.

   

Fotogalerie und Ergänzungsliste zu den Mitgliedern des Wiener Akademie-Kammerchores von 1951-1960 (Um nicht jedes Bild extra anklicken zu müssen, wird hier die Seite mit 62 qualitativ ansprechenden  Fotos auf einmal aufgebaut à längere Ladezeit!)

Scanmontage verschiedener Widmungen/Unterschriften von 21 ChorsängerInnen: aus Stefan Kocsis' persönlichem Programmheft der 4. Nordamerika-Tournee stammende, ursprünglich über mehrere Seiten verteilte Autogramme und Eintragungen (die Schriftgrößen sind von Haus aus sehr unterschiedlich und wurden nicht verändert!)

 

Quellen:  Programmhefte der Columbia artists management inc., New York, 1953, 1954, 1955 und 1956

Programmheft “Vienna Academy Chorus”, Printed in Japan by TOSHO INSATSU, 1960

 

 

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